Aktuelle Zinsentwicklung

Zentralbanken durch Iran-Konflikt gefordert

iStock, HAKINMHAN

Die EZB entschied am 19. März 2026, den Leitzins von 2 Prozent nicht zu verändern. Sie begründete das mit dem Ziel, die Inflation mittelfristig bei 2 Prozent zu stabilisieren, und verwies auf die gestiegene Unsicherheit durch den Konflikt im Nahen Osten sowie höhere Energiepreise.

Bereits einen Tag zuvor entschied die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve (FED), den Leitzins konstant in einer Spanne von 3,5-3,75 zu belassen.

Iran-Konflikt

Der Iran-Konflikt scheint länger anzuhalten als ursprünglich von den USA gedacht. Vor allem die Schließung der Straße von Hormuz am Persischen Golf und die Zerstörung von Öl- und Gasanlagen in den Golfstaaten werden je nach Dauer der Kriegshandlungen erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben.

Durch die Straße von Hormuz, die seit dem 2. März geschlossen ist, laufen rund 20 Prozent des weltweiten Gas- und Ölhandels. Das sind pro Tag 20 Millionen Barrel Öl und 10–11 Milliarden Kubikfuß LNG (Erdgas). Pro Tag werden weltweit grob etwa 100–103 Millionen Barrel Öl und rund 11–12 Milliarden Kubikmeter Erdgas verbraucht. Die aus der strategischen Reserve der westlichen Länder nun freigesetzten 400 Millionen Barrel Öl überbrücken also die Schließung der Straße von Hormuz rein rechnerisch rund 20 Tage.

Die Straße von Hormuz ist aber auch eine zentrale Drehscheibe für Dünger. Rund 200.000 Tonnen werden dort pro Tag in die Welt verschifft. Damit sind 30–40 Prozent des globalen Düngerverbrauchs bzw. -handels von Hormuz abhängig.

Daneben werden Ethylen, Propylen, Benzol (Benzene) und andere aromatische Kohlenwasserstoffe sowie Polymer‑Pellets (v. a. PE, PP) in großen Mengen als fertige Produkte bzw. Zwischenprodukte durch Hormuz exportiert, vor allem aus Saudi‑Arabien, den VAE, Katar und Kuwait Richtung China, Asien und die EU.

Der aktuelle Iran‑Konflikt wirkt über die steigenden Preise für Öl und Gas direkt auf die Inflationserwartungen und damit auf die Zinsstrategie der Notenbanken. Die Märkte preisen bereits ein, dass mögliche Leitzinssenkungen verschoben oder durch erneute Anhebungen ersetzt werden könnten. 

Jetzt handeln

Für Sie als Unternehmer/in heißt das: Die Fantasie stark fallender Kreditzinsen in kurzer Zeit ist realistisch betrachtet gering. Wer Investitionen auf „bessere Zinsen“ vertagt, geht das Risiko ein, später zu höheren Konditionen oder unter größerem Zeitdruck finanzieren zu müssen. Die meisten Experten erwarten keine Rückkehr zum „Billiggeld“ früherer Jahre.

Nach der Phase historisch ungewöhnlich niedriger Zinsen haben sich die Finanzierungskosten auf einem mittleren Niveau eingependelt. Im Vergleich zu früheren Zeiten sind die Zinssätze immer noch attraktiv. Sie bieten auch heute noch Chancen für strategische Investitionen in die Digitalisierung, Energieeffizienz und Kapazitätserweiterung, um Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und Marktanteile auszubauen. Projekte, die heute angestoßen werden, wirken nicht nur ergebnisverbessernd, sondern stärken auch Ihre Resilienz gegenüber geopolitischen Schocks.

Aus Zinssicht ist daher jetzt ein guter Zeitpunkt, Finanzierungsvorhaben aktiv anzugehen, insbesondere bei soliden Unternehmenszahlen und überzeugenden Projekten. Wir unterstützen Sie dabei, individuelle Laufzeit‑ und Tilgungsstrukturen zu entwickeln, Fördermittel zu integrieren und Risiken realistisch abzubilden.

Und nicht zu vergessen: Durch den Einsatz von Sicherungsinstrumenten wie Zins-Caps, Zins-Swaps, Forward-Swaps und Zins-Währungs-Swap können Sie Zinsrisiken auch begrenzen.

Volksbank Köln Bonn eG

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53175Bonn
Tel.: 0221 2003-0
Fax: 0228 716-298

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